Planetfall
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Infocom-Textadventure bieten spannende, aktive Leseunterhaltung am Computer. Die Science-fiction-Geschichte "Planetfall" ist fr eine lange Spielnacht gut.
Infocom-Abenteuer haben immer noch viele Freunde. Diese Spiele, die nur mit Texteingaben, ohne Joystick, ohne Grafik und Sound auskommen, haben ihren Reiz in den literarisch hochwertigen und originellen Texten. Da die Infocoms immer noch mit Neuerscheinungen im Adventure-Genre konkurrieren knnen, zeigt die witzige Science-fiction-Geschichte "Planetfall". Dieser Abenteuer-Klassiker wurde bereits 1983 verffentlicht.
Als Sie sich bei der interstellaren Handelsflotte beworben haben, wurde Ihnen ein aufregender Job versprochen. So landen Sie auf einem Sternenkreuzer in der Putzkolonne. Ihr Vorgesetzter, Leutnant Blather, ist mit Ihrer Arbeit stndig unzufrieden und schikaniert Sie - bis zu dem Augenblick, in dem das Raumschiff explodiert. Sie springen in eine Rettungskapsel und landen auf dem Planeten Resida, der ausgestorben zu sein scheint. Irgendwie mssen Sie von dort wegkommen und fangen an, alle Rume zu durchsuchen. Dabei begegnet Ihnen Floyd. Er ist ein kleiner sympathischer und furchtbar ungeschickter Roboter, der Sie von nun an durch Ihr Abenteuer begleitet. Er liefert ab und zu ntzliche Hinweise. Ansonsten hat er Angst vor Musen, luft dauernd in Sie hinein oder gibt flotte Kommentare zu Ihrem Spiel. Wenn Sie den Spielstand speichern, fragt er: "Uh boy! Are we gonna try something dangerous now?" (Junge, Junge! Werden wir jetzt was Gefhrliches ausprobieren?).
Whrend Ihrer Expedition mssen Sie darauf achten, immer genug Essen bei sich zu haben. Dafr steht in der Kche des Gebudekomplexes ein Automat bereit, der immer frischen appetitlich braunen Brei mit allen wichtigen Nhrstoffen fr Sie parat hat. Mit der Untergrundbahn kommen Sie in andere Gebude. Spter knnen Sie statt der U-Bahn auch Teleporter nehmen.
Von allen Seiten drohen Ihnen Tod und Verderben. Besonders die Situation, in der sich Floyd fr Sie opfert, rhrt zu Trnen. Bisweilen ergeben sich auch skurrile Situationen, wie der Kampf gegen eine wild gewordene Mikrobe - auf der Leiterbahn eines Mikrochips.
Planetfall spielt in zwei Gebudekomplexen auf zwei Inseln und ist gro und kompliziert aufgebaut. Es empfiehlt sich, eine Karte mitzuzeichnen, sonst verlieren Sie schnell die Orientierung. In fast jedem Raum gibt es etwas zu finden. Nicht alle Gegenstnde sind ntzlich. Sie werden viel zu knobeln haben bei diesem humorvollen Textabenteuer.

Planetfall und die anderen Textadventures von Infocom haben nie gigantische Umsatzzahlen in Deutschland erzielt. Deshalb sind sie auch nicht mehr berall zu bekommen. Wenn Ihr ein Infocom-Spiel haben wollt, mt Ihr Euch bei den verschiedenen Hndlern durchfragen. Meist gibt es irgendwo noch Restbestnde. Die Infocoms sind fr fast alle Rechner erhltlich. Neben dem ST auch fr Amiga, MS-DOS, C 64 und sogar den Atari XL.

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Bcher zum Mitmachen
Infocom-Adventures wirken auf den ersten Blick wenig reizvoll. Ein paar Zeilen Text nebst einer Eingabeaufforderung sind das einzige, was auf dem Monitor von ihnen zu sehen ist. Dennoch vermgen diese Abenteuer jeden Computerspieler fr Stunden an den Bildschirm zu fesseln. Es werden Geschichten erzhlt, an denen der Spieler teilhaben kann und Einflu auf die Handlung hat. Die Infocom-Texte sind hervorragend geschrieben und bringen Sie je nach Abenteuer zum Lachen und zum Gruseln. Die Adventures haben alle eine hervorragende Spracheingabeanalyse, auch Parser genannt. Texteingaben erfolgen auf Englisch. Die Stze drfen auch einen komplizierten Aufbau haben; der Parser beschwert sich sogar, wenn der Spieler simple Zwei-Wort-Eingaben macht.

Infocom-Adventures sind in vielen Genres angesiedelt. Von der romantischen Geschichte ("Plundered Hearts") ber Krimis ("Suspect") und Gruselgeschichten ("The Lurking Horror") bis zu witzigen Science-fiction-Stories wie Planetfall gibt es fr jeden Geschmack etwas. Einmalig ist die Verpackung der Spiele und die Beilagen. Zu Planetfall gibt es neben einer ausfhrlichen Anleitung noch einige handschriftliche Tagebuchseiten der Hauptfigur und eine scheckkartengroe Mitgliedskarte der "Stellar Patrol". Zu Planetfall gibt es brigens einen Nachfolger: In "Stationfall" treffen Sie wieder auf Ihren alten Freund Floyd und retten mit ihm eine Raumstation.

Quelle: Power Play 7/1989, Seite 61
